21. Januar 2022

Gesundheitsamt legt Schwerpunkt der Fallermittlung auf vulnerable Gruppen – keine pauschale Quarantäne mehr in Kitas

Hohe Zahl der Neuinfektionen durch Omikron erfordert geändertes Vorgehen

Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen verzeichnet wegen der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus so viele Neuinfektionen wie noch nie zuvor in der Pandemie. Das Gesundheitsamt bearbeitet derzeit täglich rund 1000 Befundeingänge von Laboren.

Aus Gründen von Kapazität und Priorität ist daher ein anderes Vorgehen erforderlich. Der Schwerpunkt liegt nun auf Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Kliniken. Eltern von positiv getesteten Kindern in Schulen und Kitas werden nicht mehr zusätzlich kontaktiert. „Dieses geänderte Vorgehen entspricht den neuen Vorgaben und ist erforderlich, damit wir uns nun vor allem auf den Schutz der vulnerablen Gruppen konzentrieren können, in denen eine Infektion besonders schwerwiegende Folgen haben kann“, sagt Landrätin Anita Schneider.

„Viele Infektionen mit der Omikron-Variante haben einen milden Verlauf. Gerade ältere Menschen und Menschen mit einem beeinträchtigten Immunsystem sind aber weiterhin besonders gefährdet“, erklärt Johanna de Haas, Leiterin des COVID-Teams im Kreisgesundheitsamt. „Darum müssen wir nun hier den Schwerpunkt setzen.“

Was gilt für Fälle in Kitas?

Das Gesundheitsamt wird bei positiven Fällen in Kitas keine gesonderten Quarantänemaßnahmen mehr für einzelne Gruppen anordnen. Bei dem weiterhin erwarteten Anstieg der Fälle würde allein die dadurch notwendige Betreuung einer großen Zahl von Kindern zuhause übermäßig viele Eltern belasten. Deren Abwesenheit vor allem an Arbeitsplätzen in Medizin, Pflege und weiteren Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur soll unbedingt vermieden werden.

Das infizierte Kind oder die infizierte Betreuungskraft müssen für zehn Tage in Isolation. Eltern sollten immer die Kita-Leitung über das positive Testergebnis informieren. Kita-Leitungen werden gebeten, die übrigen Eltern zu informieren, wenn es einen positiven Fall in der Gruppe gab. Diese können selbst entscheiden, ob ihr Kind in den kommenden zehn Tagen weiterhin die Kita besuchen soll. In jedem Fall empfiehlt das Gesundheitsamt, dass Eltern ihre Kinder durch Selbsttests zuhause oder durch die Lolli-Tests in den Bürgertestcentern regelmäßig testen lassen. Vollständig geimpfte Betreuungskräfte müssen ohnehin nicht in Quarantäne.

Die Kita-Träger werden durch das Gesundheitsamt entsprechend informiert. Kita-Leitungen können wie bisher bei Fragen das Gesundheitsamt kontaktieren. Dies gilt ebenfalls für Kindertagespflegepersonen.

Was gilt an Schulen?

Das Vorgehen im Fall einer Infektion in einer Schulklasse oder Lerngruppe ist durch die Coronavirus-Schutzverordnung des Landes Hessen schon seit Langem klar geregelt. Gibt es in einer Klasse einen positiven Fall, muss die Person zehn Tage lang in Isolation. Die übrige Klasse muss nicht in Quarantäne und wird zwei Wochen lang täglich getestet. Auch Schulleitungen können sich wie bisher mit Fragen an die bekannten Ansprechpersonen des Gesundheitsamtes wenden.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.hessen.de/Handeln/Corona-in-Hessen/Kitas-und-Schulen sowie corona.lkgi.de.