18. März 2021

Landkreis Gießen will Corona-Impfungen in Arztpraxen flächendeckend ermöglichen

Ministerium hat keine Bedenken / Voraussetzung ist genügend Impfstoff

Mehr als 20 Arztpraxen aus dem Landkreis Gießen möchten Impfungen gegen das Coronavirus anbieten und haben über die Kassenärztliche Vereinigung Hessen ihr Interesse angemeldet. Der Landkreis möchte nun alle Allgemeinarztpraxen, die es möchten, in die Impfstrategie einbeziehen. „Es ist zu begrüßen, dass in der Ärzteschaft ein breites Interesse an der Übernahme der Impfungen besteht“, sagt Landrätin Anita Schneider. Das hessische Sozialministerium habe keine Bedenken, alle interessierten Praxen einzubeziehen – auch über die zunächst vom Bund geplanten, wenigen Pilotpraxen hinaus. Denn diese seien zunächst lediglich als logistische Schnittstelle zu den Impfzentren vorgesehen gewesen, um Organisation und Dokumentation der Impfungen zu testen. „Sofern Praxen es können, binden wir auf dieser Grundlage alle in die Impfungen vor Ort ein“, sagt Schneider. In einem ersten Schritt wird die Leitung des Impfzentrums des Landkreises die Praxen, die ihr Interesse bekundet haben, zu einer Videokonferenz einladen, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Impfstoff wird aus Kontingent des Impfzentrums bereitgestellt

Wann genau die ersten Impfungen in Praxen erfolgen können und wie viel Impfstoff diesen zur Verfügung steht, ist noch nicht klar. Das Land Hessen sieht vor, dass die Praxen Impfstoff aus dem Kontingent der Impfzentren erhalten. Das bedeutet, dass im Impfzentrum selbst entsprechend weniger Impfungen erfolgen können, die stattdessen die Praxen eigenverantwortlich für ihren Patientenkreis organisieren. Dabei müssen auch sie die Vorgaben der Corona-Impfverordnung und der Ständigen Impfkommission einhalten. Durch die bundesweite Aussetzung der Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca sind allerdings allein in der laufenden Woche mehr als 1700 Impftermine im Landkreis entfallen, dies sind rund 30 Prozent der insgesamt vorgesehen Impfungen. „Wir sind also darauf angewiesen, dass uns seitens des Landes weiterer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt wird“, sagt Landrätin Schneider.

Zu klären ist mit den Praxen unter anderem das Sicherstellen der Impf-Dokumentation, die zentral über die Impfzentren erfolgen muss. Die entsprechenden Daten müssen seitens der teilnehmenden Praxen erfasst und am Ende des Tages dem Impfzentrum zur Verfügung gestellt werden.