12. Mai 2020

Hygienekonzept für Hallennutzung ist in Arbeit

Landkreis möchte gemeinsam mit Kommunen Leitlinien für Nutzergruppen aus Sport und anderen Vereinen anwenden

Landkreis Gießen. Der Landkreis Gießen arbeitet an einem Hygienekonzept, um rasch eine sichere Nutzung von Sporthallen und Übungsräumen durch Vereine und Gruppen zu ermöglichen. Hintergrund ist die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Hessen, die Trainings- und Wettkampfbetrieb in Teilen und mit Auflagen auch in Zeiten der Pandemie wieder erlaubt. „Dabei sind allerdings viele Fragen zu klären, die die Landesverordnung nicht genau beantwortet“, sagt Landrätin Anita Schneider. „Es geht nicht nur um die Unterschiede zwischen Mannschaftsund Individualsport, sondern auch um Besonderheiten von Nutzern, die Hallen oder Schulräume für Musikproben oder andere Treffen benötigen.“

Der Landkreis möchte die Hygieneregeln nicht nur für seine eigenen Hallen anwenden, sondern dieses Vorgehen auch mit den Städten und Gemeinden abstimmen. Denn auch diese seien mit vielen Fragen konfrontiert, wenn es um die Wiederöffnung von Gemeinschaftshäusern und Mehrzweckhallen gehe, erklärt Schneider. „Daher appelliere ich an die Kommunen, keine vorschnellen Öffnungen umzusetzen, sondern einen gemeinsamen Weg mit dem Kreis und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt zu gehen.“ Eine entsprechende Information ging bereits an die Gemeinden.

Die Öffnung der Hallen sei auch mit Kompromissen verbunden, erklärt Schul- und Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl. „Wir können zum Beispiel nicht pauschal Umkleidekabinen sperren, weil sonst in vielen Fällen der Zugang zu Toiletten nicht möglich wäre.“ Zu beachten sei auch, wie viele Gruppen zeitgleich eine Halle nutzen können, wann und in welchem Umfang zwischendurch eine Reinigung erforderlich ist und wie regelmäßige Lüftungen gewährleisten werden können. Voraussichtlich soll ein Konzept Ende der Woche vorliegen und – definiert über eine Allgemeinverordnung – eine klare Handhabe für alle Träger und Nutzer bieten. „Solange bitten wir alle Nutzer um Geduld“, sagt Landrätin Schneider: „Es geht um ihre eigene Sicherheit.“